Die Movies sind da! Selbst ohne Bestechungsgelder konnten wir sie nun doch noch durchs Zollamt schleusen. Somit folgen lange Nächte vor dem Bildschirm, um anschliessenden ein paar Zeilen über die konsumierten bewegten Bilder hinkritzeln zu können. In einer ersten Runde der Filmkritiken treten die Filme von » Matchstick Productions und » Level 1 gegeneinander an:
In Deep, MSP In Deep zeigt mehrheitlich Pulverschnee, hüfttief und staubtrocken. Alaska ist prominent vertreten und wird gerade zum Filmauftakt vom erst 16jährigen Sean Petit geackert, sicher einer der herausragenden Parts! Doch auch Daron Rahlves versucht sich mal wieder ausserhalb vereister Abfahrtsstrecken und beweist bei radikalen Linien unter blauem Alaskahimmel, dass er seinen Filmpart nicht nur seinem bekannten Namen verdankt. Mit AK straight lines funktioniert er auch Big Mountain Riding zur Speeddisziplin um, und im Gegensatz zu Henrik Windstedt vernudelt es ihn nicht bei maximaler Geschwindigkeit. Daneben finden einige Tree-Runs wie so häufig als Schlecht-Wetter-Variante Verwendung, und dank Follow-Cams ist man hier dicht am Geschehen. Die weniger zahlreich vertretenen Park-Aufnahmen sind auf hohem Niveau, doch wirken sie in diesem Powder-Film irgendwie schlecht eingebettet.
Den Abschluss bietet ein Memorial-Part über Shane McConkey, welcher nach seinem Unfalltod diesen Sommer endgültig Legenden-Status erreicht hat. JT Holmes berichtet über seinen besten Freund und ihre gemeinsamen Streiche, und viele spektakuläre und witzige Aufnahmen setzten dem Freeski-Pionier ein würdiges Denkmal. (siehe unten)
Refresh, Level 1 Productions Refresh ist der 10jährige Geburtstagskuchen von Level 1 Productions. Der Film lebt zu einem grossen Teil von innovativen urbans und heeeeftigen Treppengeländern, womit er etwas den Gegenentwurf zu In Deep darstellt. Alaskapulver wird zwar auch hier gepflügt, wenn auch auf etwas weniger radikalen Linien. Dafür gelingt das Zusammenfügen von Powpow-, Park- und Urbanparts hier einiges besser. Technisch wird ein breites Spektrum gezeigt: Tom Wallisch eröffnet auf der Teppichetage, im weiteren Film sind aber immer auch 3er und sw180 eingestreut, was viel Abwechslung bringt. Gerade nach den ausgeprägten Park-Sessions im zweiten Teil des Filmes, wo auf mächtigen Bootern ein Spin-Festival der Superklasse gezeigt wird, ist man echt froh, dass Parker White gegen Ende der Session mal wieder einfach einen Frontflip zeigt. Auch im abschliessenden Part von Wiley Miller, welcher nochmals kräftig durchs Backcountry jibbt, findet die waagrechte Rotationsachse wieder mehr Verwendung.
Der Geburikuchen garniert Warren Miller mit einigen interessanten Statements seiner 60jährigen Skimovie-Erfahrung. Einige Statements von Fahrern sind hingegen eher mittelmässig intelligent. Dennoch haben die Jungs von Level 1 mit dem Streifen ein kleines Juwel geschaffen und dass die DVD mittlerweile überall erhältich ist, ist sicherlich auch als Erfolg im » Rechtsstreit mit Warren Miller Entertainment zu werten.